SchenkelhilfenZügelhilfenGewichtshilfenKreuzhifenParaden
AnreitenSchrittTrabGaloppÜbergängeHaltenWendungen
Die Phasen einer ReitstundeDie Sache mit den schlackernden Zügeln

Übergänge

Bei den Übergängen von einer schnelleren in eine langsamere Gangart ist es besonders wichtig, dass du das Pferd mit einer halben Parade aufmerksam machst und das Tempo verkürzt. So tritt es nämlich mit der Hinterhand weiter unter und fällt nicht wie bei einer Vollbremsung auf die Vorhand. Der eigentliche Übergang erfolgt wiederum durch eine halbe Parade. Auch während des Übergangs darfst du das Treiben nicht vergessen, sonst kommt das Pferd ins Stocken statt fliessend in die tiefere Gangart überzugehen und gleich fleissig weiterzugehen.
Allerdings darf das Pferd auch nicht davoneilen, dies wäre ebenso fehlerhaft und kann im Schritt sogar zum Passgang führen. Wenn dein Pferd nicht langsamer werden will, versuche nicht, es durch stärkeren Zug am Zügel durchzuparieren, sondern gib die halbe Parade erneut.

© Anna Veraguth

Halten

Auch das Halten gehört eigentlich zu den Übergängen von einer schnelleren in eine langsamere Gangart. Zum Halten verkürzt du erst das Tempo und verschaffst dir die Aufmerksamkeit des Pferdes mit einer halben Parade, dann gibst du eine ganze Parade. Sobald das Pferd steht, musst du mit den Zügeln nachgeben, das Pferd muss aber trotzdem an den Hilfen bleiben (d.h. Schenkel- und Zügelkontakt bleiben und du musst jederzeit wieder etwas von deinem Pferd verlangen können). Wenn du schon besser reiten kannst wirst du auch darauf achten, dass das Pferd «geschlossen» steht. Darunter versteht man, dass es beide Vorder- und Hinterbeine auf gleicher Höhe hat und alle vier Beine gleichmässig belastet. Von der Seite sieht man nur zwei Beine. Geschlossenes Stehen erreichst du nur durch gute Vorbereitung des Pferdes auf die ganze Parade und indem auch während dem Anhalten treibst (nachtreiben).

Wendungen

biegung (5K)

Bei einer Wendung biegst du das Pferd um dein inneres Bein, indem du dieses Bein an den Pferdebauch anlegst. Das äussere Bein legst du etwas zurück. (Verwahrende Schenkelhilfe) Es verhindert, dass das Pferd mit der Hinterhand nach aussen ausweicht und führt ausserdem auch gleich zur einseitig belastenden Gewichtshilfe auf der inneren Seite.
Deine innere Schulter nimmst du etwas zurück, weil auch die innere Schulter des Pferdes in der Wendung zurückgeht. Der äussere Zügel begrenzt zusammen mit dem verwahrenden Schenkel die Wendung und darf deshalb nur soweit nachgegeben werden, dass er immer noch ansteht. Er muss aber soweit nachgeben, wie der innere Zügel verkürzt wird, weil das Pferd die äussere Seite des Körpers in der Wendung dehnt. Gibst du den äusseren Zügel nicht genügend nach, wird das Pferd eng im Hals und biegt sich nicht richtig. Der innere Zügel darf hingegen wie auf dem Foto sogar leicht durchhängen. Eine Wendung kann man auch nur mit dem äusseren Zügel reiten, der innere ist nicht so wichtig. (Probiers mit einem gut ausgebildeten Pferd ruhig mal aus!)

Gebogenes Pferd

Versuche nie, eine Wendung nur mit den Zügeln zu reiten. Wenn du beim Reiten eine Hilfe weglässt, dann die Zügelhilfe und nicht Schenkel- und Gewichtshilfen! Oft musst du den inneren Zügel aber doch ein wenig annehmen, damit dein Pferd Stellung nach innen hat. Sobald es die Stellung angenommen hat, gibst du am inneren Zügel wieder nach. Drückt dein Pferd in einer Wendung nach aussen, legst du das äussere Bein an und hältst mit dem äusseren Zügel dagegen. Nützt das nichts, nimmst du die Gerte auf die äussere Seite und legst sie allenfalls an oder touchierst. Es bringt hingegen überhaupt nichts, wenn du stärker am inneren Zügel ziehst, denn dadurch biegt das Pferd den Hals zwar stärker nach innen, fällt aber mit der Hinterhand aus und drängt noch stärker über die Schulter nach aussen weg. Stattdessen musst du mit dem äusseren Zügel die Schulter begrenzen.
Schau während der Wendung dorthin, wohin du reiten willst. Dreh dich mit deinem ganzen Körper mit, dann klappt die Wendung ohne Probleme. Die Lage alle deiner Körperteile ist dieselbe bei einer Wendung auf dem Pferd wie wenn du zu Fuss eine Wendung machst. Du kannst eine Wendung also auch ohne weiteres «trocken» üben. Ebenso wie beim Gehen bleibst du auch beim Reiten aufrecht und lehnst dich nicht zur Seite.

In dieser Erläuterung zu einer Quizfrage und im Kapitel Reitlehre erfährst du noch mehr über Biegung.

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