Will sich ein Pferd wälzen, schnobert es
zuerst am Boden und scharrt, um den Boden zu
prüfen. Dann dreht es sich scharrend im Kreis
während es mit allen vier Beinen leicht
einknickt. Schliesslich «kniet» es auf
die Vorderbeine und legt sich hin. Nun wälzt
es sich. Manche Pferde rollen dabei über den
Rücken und wälzen sich gleich auf beiden
Seiten. Andere können das nicht und stehen auf
um sich anschliessend auf der anderen Seite zu
wälzen. Wenn sich das Pferd ausgiebig
gewälzt hat, steht es mit den Vorderbeinen
zuerst auf, so dass es sitzt, und dann erst mit den
Hinterbeinen. Darauf schüttelt es sich.
Wälzt sich ein Pferd, bedeutet das, dass es
sich wohl fühlt. Oft wälzen sich gleich
mehrere Pferde gleichzeitig oder nacheinander, wenn
eines damit angefangen hat. Wälzen sie sich
nacheinander auf derselben Stelle, wälzt sich
häufig der Leithengst zuletzt. Sein Geruch
überdeckt dann den der anderen
Herdenmitglieder und ist somit wahrscheinlich ein
Zeichen seiner Dominanz. Besonders gerne
wälzen sich Pferde während dem
Fellwechsel und nachdem sie geschwitzt haben. Sie
trocknen so ihr Fell und massieren sich die Haut.
Zudem schützt der Dreck vor Ungeziefern und
Mücken. Wälzen kann aber auch ein Zeichen
für eine Kolik (Bauchweh) sein. Dann bleibt
jedoch meist das Schütteln nach dem
Wälzen aus.
Pferde spielen gerne miteinander. Ein beliebtes Spiel ist «Wer jagt wen?» Dabei treibt ein Pferd das andere von seitlich hinten. Normalerweise muss ein rangniedriges Pferd darauf ausweichen, beim Spielen werden aber auch schon mal die Rollen getauscht, so dass auch ranghöhere Pferde sich von anderen treiben lassen. Dieses Treiben von seitlich hinten kann auch der Mensch nutzen, z. B. beim Longieren mit der Longierpeitsche. Typisch für Laufspiele sind Sprünge, Hüpfer, Steigen, Ausschlagen, Buckeln und andere Kapriolen. Besonders Wallache tragen oft auch spielerische Kämpfe aus. Dass es sich dabei nicht um ernsthafte Kämpfe handelt, erkennt man an der fehlenden Drohmimik und daran, dass die Pferde keine Absicht haben, einander zu verletzen. Vor allem sehr junge Fohlen und alleingehaltene Pferde spielen aber auch alleine. Dann machen sie z. B. Hüpfer und Kapriolen um die Mutter herum oder sie benagen Gegenstände aller Art.
Um sich gegenseitig das Fell und die Haut zu pflegen oder wenns juckt, kraulen sich Pferde das Fell. Meist tun dies nur befreundete Pferde untereinander. Dabei krault jedes Pferd das andere zuerst da, wo es selbst gekrault werden möchte, so weiss das andere Pferd, wo es kraulen soll. Die Dauer des Kraulens kann von ein paar Sekunden bis zu einigen Minuten reichen. Besonders intensiv wird die soziale Fellpflege im Frühjahr während des Haarwechsels oder im Sommer, wenn es viele Insekten hat, betrieben. Für Pferde ist die Möglichkeit sich gegenseitig das Fell zu kraulen sehr wichtig. Wenn möglich sollten sie dies auch im Stall tun können, was natürlich nicht geht, wenn die Boxen durch hohe Wände und Gitter voneinander getrennt sind.
Zeigen die Ohren des Gegenübers nach vorne, nähert sich ein Pferd dem anderen. Weil aber doch noch nicht so sicher ist, wie das andere Pferd reagieren wird, geht es mit lang ausgestrecktem Hals langsam Schritt für Schritt auf es zu. Sollte das andere Pferd plötzlich angreifen, braucht es bloss den Kopf einzuziehen und ist raus aus der Gefahrenzone. Wenn das andere Pferd dann nahe genug ist, pusten sich die Pferde vorsichtig in die Nüstern um den anderen etwas näher kennen zu lernen. Wenn du ein Pferd freundlich begrüssen willst, dann puste ihm auch mal sanft in die Nüstern. Das heisst in etwa: «Du bist mein Freund, aber nicht mein Chef.» Du und dein Pferd steht dann also noch auf gleicher Ebene. Das muss sich für die Arbeit noch ändern, aber zur Begrüssung ist es in Ordnung. Zurück zu den Pferden: Nach dem In-die-Nüstern-Pusten kann es vokommen, dass ein Pferd (das unterlegene) quietscht und mit dem Vorderbein in die Luft tritt. Vorsicht also beim reiten! Interessieren sich die Pferde ausgiebiger für einander, beschnuppern sie sich am ganzen Körper. Besonders ausgiebig beriechen sie sich – v.a. bei Stuten und Hengsten – am und um den Schweif herum. Sind sich die Pferde sympathisch, kraulen sie sich vielleicht sogar das Fell.
Ja. Dass sich zwei Pferde mögen erkennt man an verschiedenen Verhaltensweisen. Befreundete Pferde kraulen sich gegenseitig das Fell, grasen nebeneinander, laufen einander oft hinterher und haben selten Auseinandersetzungen. Mögen sie sich nicht, gehen sie einander aus dem Weg oder drohen einander öfters.